Digitale Radiographie
Als eines der modernsten Verfahren in der zerstörungsfreien Prüfung hat die digitale Radiographie die klassische Filmradiographie in der industriellen Qualitätssicherung weitgehend abgelöst. Bei Dreifeld Materialprüftechnik GmbH setzen wir auf digitale Röntgentechnologie, um Werkstücke, Schweißnähte und Bauteile schnell, präzise und normkonform zu prüfen – ohne sie dabei zu beschädigen oder in ihrer Funktion zu beeinträchtigen.
Wie digitale Radiographie funktioniert
Bei der digitalen Durchstrahlungsprüfung (RT-D) wird das zu prüfende Bauteil mit Röntgen- oder Gammastrahlung durchstrahlt. Anstelle eines herkömmlichen Röntgenfilms erfasst ein digitaler Flächendetektor oder ein Speicherfolien-System (CR – Computed Radiography) die transmittierte Strahlung und wandelt sie unmittelbar in ein hochauflösendes digitales Bild um. Dieses Bild lässt sich am Bildschirm auswerten, vergrößern, kontrastanpassen und archivieren.
Unsere Prüfungen erfolgen nach DIN EN ISO 17636-2, der internationalen Norm für die digitale Durchstrahlungsprüfung von Schweißverbindungen mit Röntgen- und Gammastrahlen.
Anwendungsbereiche
Die digitale Radiographie ist in zahlreichen Branchen etabliert und eignet sich für ein breites Spektrum industrieller Prüfaufgaben:
Maschinen- und Anlagenbau
- Prüfung von Schweißnähten an Druckbehältern, Rohrleitungen und Trägerkonstruktionen
- Nachweis von Poren, Rissen, Bindefehlern und Einschlüssen
Automobilindustrie
- Inspektion von Gussteilen (Aluminium, Grauguss) auf Lunker, Gaseinschlüsse und Kaltläufe
- Qualitätssicherung sicherheitsrelevanter Fahrwerks- und Antriebskomponenten
Bauwesen und Infrastruktur
- Prüfung von Betonbauwerken und Stahlkonstruktionen
- Lokalisierung von Korrosion unter Dämmung (CUI) an Rohrleitungen
Luft- und Raumfahrt sowie Energietechnik
- Hochpräzise Inspektion von Turbinenschaufeln, Gehäusen und Verbindungselementen
- Überprüfung von Schweißnähten an drucktragenden Komponenten in Kraftwerken
Vorteile gegenüber konventioneller Filmradiographie
| Kriterium | Digitale Radiographie | Konventionelle Filmradiographie |
|---|---|---|
| Bildverfügbarkeit | Sofort nach der Aufnahme | Entwicklungszeit 15–30 Minuten |
| Archivierung | Digital, platzsparend, dauerhaft | Physische Filmarchive, alterungsanfällig |
| Bildnachbearbeitung | Kontrast, Helligkeit, Zoom digital optimierbar | Nicht möglich |
| Empfindlichkeit | Hoch, fein abstufbar | Abhängig von Filmsorte |
| Umweltauswirkung | Keine Chemikalien erforderlich | Entwicklerchemikalien notwendig |
| Prüfgeschwindigkeit | Deutlich kürzer | Länger durch Entwicklungsprozess |
| Reproduzierbarkeit | Sehr hoch | Eingeschränkt |
Die kürzeren Zykluszeiten senken Prüfkosten und reduzieren Stillstandzeiten in der Produktion erheblich – ein entscheidender Vorteil für fertigungsbegleitende Qualitätssicherung.
Normkonformität und Zertifizierung
Unsere Prüfingenieure sind nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung (DGZfP) zertifiziert. Alle Prüfberichte sind dokumentationssicher, rückverfolgbar und erfüllen die Anforderungen gängiger Regelwerke wie AD 2000, ASME, EN 13480 und ISO 9001. Damit sind unsere Ergebnisse direkt in Ihre Qualitätsdokumentation und Lieferkettennachweise integrierbar.
Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie, welches radiographische Verfahren für Ihre spezifische Prüfaufgabe das geeignetste ist.